Infos für Zuweisende/​Fachpersonen

Unsere Praxis bietet ein breites und spezialisiertes Spektrum an podologischen Leistungen – ausgerichtet für Risikopatient*innen. Hier finden Sie alles Wichtige zu ärztlichen Verordnungen, Verfügbarkeit und unserem umfassenden Leistungsangebot.

Podologin Madlen steht am Empfang ihrer Praxis. Im Vordergrund ist ein Stuhl und ein Regal mit Produkten zu sehen.

Ärztliche Verordnung beim diabetischen Fusssyndrom

Mit einer entsprechenden ärztlichen Verordnung können wir bei Personen mit Diabetes mellitus und einem diabetischen Fusssyndrom podologische Leistungen über die Grundversicherung abrechnen. Bitte beachten Sie, dass Zuweisungen von Patient*innen ohne ein diabetisches Fusssyndrom keine Pflichtleistung der Grundversicherung sind und häufig selbstzahlend sind. Die Verordnung, Medikations- und Diagnoselisten sowie ärztliche Berichte können Sie uns über die E-Mailadresse podomavie@hin.ch zukommen lassen.

Verordnungsformular

Zuweisung

Wir danken Ihnen herzlich im Voraus für die direkte Zuweisung Ihrer Patient*innen, wenn eine podologische Behandlung erforderlich ist. Gerne nehmen wir uns die nötige Zeit, um eine adäquate podologische Versorgung und eine sorgfältige Behandlungsplanung sicherzustellen.

Vielen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die freundliche Weiterleitung.

podomavie@hin.ch

Wichtige Hinweise

Bei Veränderungen der zutreffenden Diagnose, kann innerhalb des Jahres eine neue Verordnung ausgestellt werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn die Anzahl der Sitzungen höher ausfällt und Patient*innen mit einem diabetischen Fusssyndrom regelmässiger zur Podologie aufgeboten werden können.

Gerne setzen wir Sie darüber in Kenntnis, dass gem. Art. 11c KLV ausschliesslich das diabetische Fusssyndrom zum podologischen Leistungsbereich der Grundversicherung zählt (mit entsprechender ärztlicher Verordnung). Andere Risikogruppen, chronische Erkrankungen oder podologische Befunde (z. B. Unguis incarnatus) ohne ein diabetisches Fusssyndrom sind aktuell nicht über die Krankenkasse abrechenbar. Das Verordnungsformular gilt ausschliesslich für das diabetische Fusssyndrom und ist nicht übertragbar. 

Je nachdem übernehmen einzelne Zusatzversicherungen gewisse Anteile von podologischen Behandlungskosten. Die individuellen Kostenübernahmen von Zusatzversicherungen müssen von den Patient*innen eigenständig abgeklärt werden. Grundsätzlich sind podologische Leistungen selbst zu begleichen.

Unsere Verfügbarkeit

Wir haben Kapazitäten für Zuweisungen und Aufnahme von Neupatient*innen. Als diplomierte Podologinnen HF sind wir spezialisiert und ausgebildet auf die komplexen Anforderungen von Risikopatient*innen und deren spezifischen Fussbeschwerden.

Gerne nehmen wir Ihre Zuweisung per Mail entgegen und stellen bei Bedarf auch podologische Berichte aus.

podomavie@hin.ch
Podologin Veronika übergibt einer Kundin ihre Visitenkarte.

Unser Tätigkeitsfeld

Unser Tätigkeitsfeld umfasst:

  • Anamnese & Befundaufnahme
  • Klinische und apparative diagnostische Untersuchungen
  • Individuelle Behandlungs- und Therapieplanung
  • Durchführung medizinischer Fuss- und Nagelbehandlungen
  • Erstellung podologischer Berichte zur Behandlungsdokumentation und Fallbeurteilung

Medizinische Fussbehandlungen bei:

  • Hyperkeratose, Schwielen und Rhagaden
  • Clavus/Clavi sowie Verrucae plantaris mit umliegender Keratosenbildung
  • Unguis incarnatus (mit oder ohne Hypergranulation)
  • Onychopathien wie Onychogryphosis, Onychauxis, Onychokryptosis, Onycholyse, Onychomykose, Traumanagel und Paronychie
  • Podologisches Débridement bei Malum perforans
  • Behandlung komplexer Fusssituationen

Fachgerechte podologische Versorgung von Risikopatient*innen mit folgenden Hauptdiagnosen/Befunden:

  • Diabetisches Fusssyndrom (DFS): ab Risikostufe 1 bis 3b nach IWGDF-Kategorie (Polyneuropathie, pAVK, diabetesbedingte Wunden/Amputationen, Charcot-Neuroarthropathie)
  • Angiopathien: pAVK, Morbus Raynaud, Atherosklerose, chronisch venöse Insuffizienz
  • Rheumatische Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis (RA), Fibromyalgie, Spondyloarthritis, Arthrose
  • Stoffwechselerkrankungen: Diabetes mellitus, Gicht, Metabolisches Syndrom, Adipositas
  • Autoimmunerkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Psoriasis, Multiple Sklerose (MS), Systemischer Lupus erythematodes, Sklerodermie, Sjögren-Syndrom, systemische Kollagenosen
  • Erkrankungen des zentralen/peripheren Nervensystem: Polyneuropathie, Morbus Parkinson, Guillain-Barré-Syndrom, Epilepsie, Demenz
  • Zerebrovaskuläre Erkrankungen: Apoplexie
  • Paraplegie, Hemiplegie, Tetraplegie
  • Onkologie-Patient*innen
  • Nephropathie: Niereninsuffizienz mit oder ohne Dialyse
  • St. n. Organtransplantationen
  • Effloreszenzen: Florides oder abgeheiltes Ulcus cruris venosum/arteriosum, Malum perforans, Dekubitus, Ulzerationen anderer Genese
  • Infektionen: St. n. Erysipel, Superinfekten, Sepsis, multiresistente Erreger, akute und/oder chronische Hepatitis B oder C, HIV und AIDS
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen: Arterielle Hypertonie, Thrombose, Embolie, Stenose, Phlebitis
  • St. n. Amputationen
  • Charcot-Neuroarthropathie
  • Koronare Herzerkrankungen
  • Fuss- und Zehendeformationen mit rezidiven Druckstellen
  • Langzeitmedikation: Antikoagulation, Immunsuppression, Analgetika ab Stufe 2 nach WHO

Diese Liste ist nicht abschliessend und stellt häufige Diagnosen/Befunde dar, bei denen eine podologische Versorgung erforderlich sein kann. Die aktuelle Liste zur Definition von Risikogruppen bei podologischen Behandlungen des SPV & OPS finden Sie unter folgendem Link (Stand 09/2019): Definition Risikogruppen (Organisation Podologie Schweiz OPS)

Anwendung podologischer Hilfsmittel und Techniken:

  • Orthonyxie: Nagelspangen zur Formkorrektur eingewachsener/druckempfindlicher Zehennägel.
  • Medizinische Teilnagelprothetik: Rekonstruktion und Stabilisierung beschädigter Nagelbereiche.
  • Podologische Orthesen: Individuell angepasste Entlastungshilfen bei rezidiven, chronischen Fehlbelastungen im Zehenbereich.
  • Verband- und Entlastungstechniken: Einsatz von Materialien wie Wollfilz zur gezielten Druckentlastung.
  • Akute Wundversorgung 

Aufklärung, Beratung und Instruktion der Patient*innen

Multiprofessionelle Zusammenarbeit mit Hausärzt*innen, Fachärzt*innen, medizinischen Fachpersonen, Pflegefachpersonen (Spitex), OSM, Spitälern, externen Sprechstunden und weiteren Zuweisenden sowie interdisziplinären Teams.

Umsetzung und Einhaltung der hohen hygienischen Standards und der Swissmedic-Richtlinien in der gesamten podologischen Praxis.

Behandlungsraum Nummer zwei in Podologie Praxis, es ist Behandlungstuhl vor dem Fenster zu sehen und davor ist die Armatur für die Fräser

Kompetenzen und Setting

Unsere Spezialisierung auf Risikopatient*innen mit komplexen Fussleiden erfordert ein hohes Mass an Verantwortung. Diese anspruchsvolle Aufgabe nehmen wir mit Sorgfalt und Fachkompetenz wahr.

Multiprofessionelle Zusammenarbeit

Als externe, unabhängige Podologie Praxis sind wir auf eine enge Zusammenarbeit mit dem umliegenden ärztlichen Netzwerk angewiesen. Wir fördern aktiv eine Kooperation mit weiteren Fachbereichen, um eine optimale Versorgung unserer Patient*innen sicherzustellen. Besonders beim diabetischen Fusssyndrom ist das Risiko-Management zentral, um Folgeschäden vorzubeugen.

Aufklärung und Prävention

Patient*innen werden umfassend über ihre Fusssituation aufgeklärt und über notwendige Schritte informiert. Strenge Hygienestandards sowie präzise durchgeführte Behandlungen bilden die Grundlage unserer Prophylaxe und Prävention. Dabei orientieren wir uns an aktuellen Leitlinien und einer fundierten Einstufung des klinischen Schweregrades.

Überweisung bei Bedarf

Bei gesundheitlichen Beschwerden und Risikosituationen am Fuss, die ausserhalb unseres Kompetenzbereichs liegen, überweisen wir Patient*innen an die zuständige medizinische Instanz und höhere Versorgungsstufe (z. B. Hausarztpraxis, Endokrinologie/Diabetologie, Gefässmedizin oder Wundsprechstunde). So stellen wir sicher, dass notwendige Diagnostik und weitere ärztliche Massnahmen sowie Therapie rechtzeitig erfolgen.

Wissen und Netzwerk als Prävention

Viele Fusskomplikationen entstehen durch falsche Fusspflege oder unzureichendes Wissen der Patient*innen über die eigenen Risikofaktoren für die Entwicklung von Fusskomplikationen. Wir wirken dem aktiv entgegen, um langfristige Schäden zu verhindern. Dabei berücksichtigen wir auch soziale Faktoren, die eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung oder Prävention von Fussproblemen spielen.

Veronika und Madlen stehen an Tresen/Kommode in Podologie Behandlungsraum und blättern durch einen Ordner, Bild der Zusammenarbeit, Veronika und Madlen lächeln freundlich